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Wasserturm in Edling

Mitten im Ort steht das Wahrzeichen von Edling: Der Wasserturm. Als zweithöchstes Gebäude nach der Kirche ist er weithin sichtbar. Nur steht er schon lange leer.

Wasserturm
Wasserturm

 Was zeigt sich, wenn die Tür geöffnet wird?

Eingangstür
Eingangstür

 „Gerümpel“, gibt Bürgermeister Matthias Schnetzer freimütig zu, und so ist es auch. Rohrstücke und anderes liegt herum. Für die Wasserversorgung war der Turm lange Zeit von Bedeutung. So gab es in den zwanziger Jahren etwa 40 Anwesen rundherum, viele hatten einen eigenen Brunnen, andere nicht, das war unbefriedigend. Warum dieser Standort? Er liegt etwas erhöht, und der damalige Grundbesitzer Franz Xaver Bacher wurde mit der Wassergenossenschaft einig. Gebaut wurde er im Jahr 1926 in massiver Ausführung von der Münchner Bau- und Beton GmbH für 29.601 Mark.

Eingangsbereich
Eingangsbereich

Der Betrieb war nicht immer reibungslos, manchmal war er auch leer. Genauer dann wenn der Strom in der Nacht fehlte, um das Wasser für zwei Bar Druck 20 Meter hinauf in einen 30.000 Liter fassenden Behälter zu pumpen. Das hing zum Teil mit der anfälligen Stromversorgung zusammen. Einmal froren in einem strengen Winter die Rohre ein, dagegen half eine später montierte Holzverkleidung, gefüllt mit Torfmull.

Rohre gedämmt mit Torfmull.
Rohre gedämmt mit Torfmull.

Wasser geliefert hat der Turm bis ins Jahr 1975. Edling wuchs und damit der Bedarf an Wasser. Das war für diesen Behälter und für den Verband nicht mehr zu leisten, so dass die Gemeinde diese Aufgabe übernahm. Heute steht in Grasweg ein 1,2 Millionen Liter fassender Hochbehälter, der mittlerweile die ganze Gemeinde versorgt.

Aufstieg
Aufstieg

Der Weg nach oben in dem gut vier auf vier Meter großen Turm führt über Eisenleitern, an vielen Spinnennetzen vorbei, und geht am eigentlichen Behälter im oberen Stockwerk so dicht daran entlang, dass ein dicker Bauch den Auftrieb erheblich bremst.

Enger Aufstieg
Enger Aufstieg

Oben hatten es sich lange Zeit Tauben bequem gemacht, alles ist voller Taubenkot.

An den Fenstern vorbei.
An den Fenstern vorbei.

Abgesehen davon ist der Turm in einem sehr guten Zustand. Der Anstrich ist überraschenderweise immer noch der erste und gut in Schuss, was daran liegt, dass damals die Farbe in den Putz gemischt wurde. Vor genau 30 Jahren gab es die letzte Renovierung, und jetzt steht wieder eine an.

Das Oberstübchen.
Das Oberstübchen.

Ideen für eine Nutzung gab es schon viele: Wetterstation, Wohnung oder Café. Aber der Turm bleibt bei der Gemeinde, versichert der Bürgermeister „den zu verkaufen wär‘ eine Sünde“.

Der Wasserbehälter.
Der Wasserbehälter.

Dr. Jens Ullrich Schmidt aus der Nähe Berlins wird als Deutschlands Wasserturm-Experte bezeichnet. Er plant aktuell ein Buch zu Wassertürmen nun auch in Bayern, Edling soll dabei sein. 

Ausblick in Richtung Westen.
Ausblick in Richtung Westen.
 Wasserturm-Interessierte finden auf seiner Internetseite wassertuerme.com Lesestoff.

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