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Soyen Wasserturm

Der Wasserturm in Wetterstett.
Der Wasserturm in Wetterstett.

Soyen – Die Neugierde zum Soyener Hochbehälter und dessen Eingangstür hielt sich bei Josef Eberl stets in Grenzen. Denn schon als Kind durfte er in den Wasserturm bei Wetterstett als Nachbar hineinschauen. Heute ist er Wasserwart und schließt dort regelmäßig auf um nach dem Rechten zu sehen. Die meisten aber fragen sich vielleicht beim Spazierengehen, was denn hinter der Flügeltür dieses 25 Meter hohen Turm zu sehen ist.

Der Eingangsbereich.
Der Eingangsbereich.

Dieses Bauwerk aus massivem Beton steht dort seit 1973 und ist weithin sichtbar, am besten aber auf der Straße von Kirchreit nach Soyen. Dort liegt er unterhalb des westlich gelegenen Waldes, eine schmale Asphaltstraße führt zu ihm hinauf.

Das Treppenhaus.
Das Treppenhaus.

Auffällige rote Herzen an der Tür und an der Seite zeugen davon, dass auch Liebespaare herfinden. Der Standort für einen Wasserspeicher ist wegen der Höhe ideal. Denn die braucht es, um einen Wasserdruck von mindestens zwei Bar auch in höher gelegenen Gemeindeteilen vorzuhalten.

Durch Bullaugen sieht man ins Innere.
Durch Bullaugen sieht man ins Innere.

Öffnet sich die Tür, zeigt der großzügige Eingangsbereich eine Treppe in den Keller, eine weitere nach oben und zwei ziemlich dicke Rohre. Allerdings ist das nicht der Zu- und der Ablauf, sondern einmal beides kombiniert sowie ein Überlauf. Fehlt dem Behälter in seinem Inneren die nötige Wasserhöhe bis auf einen halben Meter, läuft eine Pumpe im nahen Zell an und befördert Wasser mit einem Druck von 13,5 Bar hierhin. Passt die Höhe im Behälter wieder, schaltet die Pumpe aus und das Wasser fließt von hier zurück ins Netz. Damit werden im hoch gelegenen Kirchreit noch gute zwei Bar erreicht, am tief gelegenen Inn kommen wegen des Höhenunterschieds bis zu 16 Bar an. Ein Druckminderer reduziert das auf einen niedrigeren Wert, weil das keine übliche Hausinstallation aushalten würde.

Im Obergeschoss über dem Wasser.
Im Obergeschoss über dem Wasser.

Der Wasserbehälter hat mehrere Besonderheiten. Der eigentliche Wasserspeicher beginnt erst einige Meter in der Höhe. Um ihn herum führt im Innern des Turms eine Treppe hinauf. Mehrere Bullaugen lassen einen Blick auf das Wasser zu, eingebaute Lampen geben wie in einem Schwimmbad Licht. Oben über dem neun Meter hohen Wasserspeicher angekommen, gestatten hinter einer Eisengittertür vier Deckel den Blick auf 8,60 Meter Tiefe und 300 000 Liter Wasser. Dabei wird deutlich, dass es einen äußeren und einen inneren Zylinder gibt, getrennt durch eine Betonwand. Jeder davon fasst für sich 150000 Liter. So lässt sich immer einer der beiden reinigen, ohne den Betrieb zu stören. Gebraucht werden am Tag von 650 Haushalten 400000 Liter, im Sommer auch einmal 50000 Liter mehr. Für die Innenauskleidung steht im nächsten Jahr eine Sanierung an.

150 000 Liter Trinkwasser.
150 000 Liter Trinkwasser.

Aber es geht noch weiter hinauf. Vom Dach aus hat man eine grandiose Rundumsicht. In den Anfangsjahren war das tatsächlich auch ein Aussichtsturm. Jetzt sind Funkantennen montiert. Innerhalb der Gemeinde gibt es noch einen zweiten Hochbehälter. Der steht in Freiberg und gehört zur Schlicht-Gruppe.


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