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Gemeindearchiv Unterreit

Unterreit  Eine regelmäßige Nachfrage zu historischen Dokumenten gibt es in Unterreit nicht, aber man habe doch in der Vergangenheit dem einen oder anderen früheren Zwangsarbeiter zu einer Rente verhelfen können, weiß die Verwaltungsangestellte Elisabeth Linner. Sonst führt das Archiv im Obergeschoss des Rathauses ein ruhiges Dasein. Sicher, man müsste es einmal ordnen und bearbeiten, weiß Bürgermeister Gerhard Forstmeier, aber dafür fehlt die Zeit und das Geld und zum anderen auch die praktische Notwendigkeit. Denn das Gedächtnis des Bürgermeisters ist bekannt und zumindest aus seiner langen politisch aktiven Zeit in der Gemeinde kennt er über Jahrzehnte außergewöhnlich viele Details und Zahlen.


Verzeichnis
Verzeichnis der Ortschaften im Königreich.

Akten und Schriftstücke sind auf dem ausgebauten Dachboden des Rathauses gut untergebracht. Dort ist auch die Registratur, der Zwischenbereich auf dem jahrelangen Weg von den Aktenschränken im Büro bis zur endgültigen Aufbewahrung. Aus Zeiten der Gebietsreform in den Siebziger Jahren liegen hier Schriftstücke aus den vormals selbstständigen Gemeinden Wang, Elsbeth und Grünthal. Das sind Kassenbücher, Sitzungsprotokolle des Gemeinderates, Belege und Pläne. Eine Besonderheit ist dabei, dass es der erste Bebauungsplan in der Gemeinde aus dem Jahr 1974 mit dem Gebiet von Stadl noch nicht die Treppen nach oben geschafft hat. Der ist immer noch aktuell und in Gebrauch. Die standesamtlichen Vorgänge liegen beim VG-Partner in Gars.


Siegel
Siegel mit „Königreich Bayern, Gemeinde Wang“.

Bereits älteren Datums ist das „Anlageregister der Gemeinde Elsbeth“ aus den Jahren 1916 bis 1919, Dokumente der „Gemeinde Wang, Königreich Bayern“, ein Kassensturzbuch von 1887, „Polizeiliche Anmeldungen“ der Nachkriegsjahre vom „Bürgermeister der Gemeinde Elsbeth“ und „Schülerlisten“ aus den Volksschulen samt Klassenbücher. Ein kirchliches Archiv gibt es nicht. Wer zu Grünthal gehört, fragt in der Kirchenverwaltung Kraiburg, der westliche, der Wanger Bereich, gehört zum Pfarrverband Gars.


Kassensturzbuch
Ein schriftlicher Nachweis zu einem Kassensturz 1887.

Übrigens beschränkt sich für die Bürger der Gebrauch eines Archivs nicht nur auf das Bekommen von Informationen, jeder kann auch etwas dazu beisteuern. Denn bevor Vereine, Firmen oder Privatleute alte Fotografien oder Schriftstücke ins Altpapier geben, sollten sie damit in einem Archiv vorbeischauen. Persönlichkeitsrechte lassen sich klären, individuelle Schutzfristen sorgen für Sicherheit und erhalten der Nachwelt aber doch die eine oder andere Stadt- oder Dorfansicht.


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