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Gemeindearchiv Griesstätt

Griesstätt -- Die Selbstständigkeit der Gemeinde spielt im Griesstätter Archiv, und überhaupt in der Geschichte des Ortes, eine bedeutende Rolle. Auch in dieser Gemeinde hatte im Februar 1973 die Gebietsreform zugeschlagen und Griesstätt fortan der Verwaltung von Rott unterstellt. Richtwert war damals eine Größe von 5000 Einwohner. Diese Zahl sank später auf 2000 plus minus zehn Prozent, erinnert sich Alfons Albersinger, Mitarbeiter im Einwohnermeldeamt. Er weiß heute gut, in welches Regal für diese Informationen zu greifen ist, auch wenn das Archiv noch nicht erfasst und sortiert ist. Selbst hat er die Mehrzahl der darüber geschriebenen Zeitungsberichte als Mitarbeiter der Heimatzeitung verfasst.

Postkarte
Postkarten mit diesem Motiv zeigten der Welt anschaulich, wie beschwerlich der Weg für die Griesstätter in die Gemeindeverwaltung war: „Wo bleibt die Bürgernähe?”

Daraus geht hervor, dass sich Griesstätt heftig gegen die Eingliederung in eine Verwaltungsgemeinschaft mit Rott gewehrt hatte, 1976 auch mit einer Petition. Es half nichts, 1978 trat der unglückliche Fall einer Degradierung des gerade erst drei Jahre zuvor gebauten Rathauses zur Außenstelle der Rotter Verwaltung ein. Das hielt den Widerstand am Leben, denn für Rathausgeschäfte mussten die Griesstätter zuerst den Inn und dann die Bundesstraße überqueren und schließlich den Berg hinauf nach Rott. Das war zuviel. Zudem sah man in einer VG schon wegen der Mehrheitsverhältnisse bei Abstimmungen Nachteile für sich. 1979 folgte deshalb eine später abgewiesene Normenkontrollklage, dann eine Popularklage.

Durch eine Gesetzesänderung hatte sich das alles plötzlich überholt, Griesstätts Einwohnerzahl genügte mit knapp unter 2000, man war plötzlich wieder selbstständig. Die VG war man auch los. Denn auf einmal maßen die Entscheidungsträger in der Politik der „Bürgernähe”, und damit dem Rathaus vor Ort, eine größere Rolle zu. Die Griesstätter ließen aus Freude sogar die Kirchenglocken läuten und feierten ein großes Fest.

Marken
Kein Rabatt: Fünf Reichspfennig einfach, das Doppelte für Hin und Zurück. 1942 war mit dieser Einnahme Schluss.

Eine größere Rolle spielt in der Vergangenheit die Innbrücke. Etliche Dokumente beschreiben den Bau, die Finanzierung und später den Brückenzoll in Abrechnungsbüchern. Zudem existieren noch Gebührenmarken, die heute noch aussehen wie neu. Ohne Spenden ging für so ein großes Projekt nicht viel. Allerdings hatten ja auch viele ein Interesse an einer schnellen und im Gegensatz zu den Fähren beständigen Überquerungsmöglichkeit. Von der „ersten Vorbesprechung” bis zur Einweihung der hölzernen Brücke vergingen gerade einmal zwei Jahre. Lange lief danach noch aus einem Gedenkstein nach Edenberg Wasser, das heilende Wirkung für die Augen haben sollte. Auch das wird in Verbindung zur nahen Brücke in den Schriften erwähnt. Im Zweiten Weltkrieg war es erst einmal vorbei damit, eigene Truppen zerstörten sie. Erst 1947 konnten zumindest Fußgänger wieder darüber gehen. Im März 1956 war diese schöne Holzbrücke aber endgültig Geschichte, große Eisbrocken rissen sie weg. An diesem Tag hatten die Wasserburger aber großen Stress, denn es galt, die eigene Innbrücke vor den herannahenden Trümmern zu schützen. Erfolgreich stiegen die Feuerwehrler in der Tageszeitung zu Helden auf: „Sie haben wieder einmal bewiesen, dass sie allen Lagen gewachsen sind.”

Sühneversuch
Streitigkeiten mit einem Sühneversuch beilegen. Hier ging es um Beleidigung.


Interessant sind immer alte Protokollbücher beispielsweise zu Sühneversuchen. Manchmal lassen sich damit alte Feindschaften, deren Ursache niemand so recht erklären kann, erahnen. Auch so etwas beherbergt der Keller im Rathaus.

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