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Gemeindearchiv Babensham

Babensham -- „Neue Kraft in neuen Kreisen”, an diesen Werbespruch der bayerischen Staatsregierung aus den siebziger Jahren zur Gebietsreform dürften sich noch viele teils mit gemischten Gefühlen erinnern. Denn auch in Babensham lief nicht alles so glatt, wie die Oberen das gerne gehabt hätten.

Karte mit den neuen
Landkreisen
Karte mit den neuen Landkreisen. Bei aller Zwangsverordnung von oben, es gab auch Vorteile: In manchen kleineren Ortschaften war die Gemeindekanzlei beim Bürgermeister zuhause untergebracht, manche Trauung war sogar in dessen Wohnzimmer. Das war damit auch vorbei.


Manche Mitarbeiter in der Gemeinde haben bereits drei Gebietsreformen bewältigt. All das findet man in der Registratur, es ist ja noch nicht so lange her. Ältere Dinge sind von Babensham leider kaum erhalten. Denn gleich nach dem Krieg übertrieben es die Amerikaner mit der „Säuberung” in Babensham, sie warfen alles aus den Rathaus-Fenstern und zündeten es an. Mittlerweile liegen sämtliche Dokumente, Ordner, geschnürte handgeschriebene Bücher, Belege und vieles mehr auch aus dem Umkreis auf dem Dachboden, aber leider ohne System oder Findbuch. Wer ein Herz für alte Schriften, Bücher und Urkunden hat, möchte schon einmal ordnend in diese Stapel greifen. „Da könnte man sich schon einmal darum kümmern”, meint Geschäftsleiter Jakob Egger. Man bewege sich jedoch personell an der unteren Grenze, da sei für so etwas einfach keine Zeit, „so schade es ist.” Sogar ein Frei- und Arbeitswilliger von außen sei problematisch, denn um den müsse man sich ja dann auch kümmern. Bisher habe allerdings auch noch niemand nach einem Dokument gefragt, keine Heimatforscher für den Schulunterricht, kein Verein für seine Chronik. Dabei findet sich hier einiges, beispielsweise die „Ortsgeschichte der Gemeinde Kling” mit Fotografien und Beschreibungen gefallener Soldaten im Ersten Weltkrieg. Oder das „Verzeichnis der Aufgebote 1900 -- 1925”. Neben allerlei Haushaltsbüchern führte man früher auch ein „Tage-Buch über Einnahmen und Ausgaben der Armenkasse Schambach” von 1897. Das Geld zum Ausgeben musste ja irgendwo herkommen, dafür gab es zumindest 1916 in Schambach den Posten „Lokal-Bieraufschlagskasse” . Und damit nichts aus dem Ruder lief, führte man von 1896 bis 1932 ein „Verzeichnis über die erteilten Tanzmusikbewilligungen”.

Ordnung muss sein, bei der Geburt bis zum Sterben. Was heute hauptsächlich mit der Kirchensteuer abgegolten ist, stand früher im „Stolgebühren-Regulativ”. Taufen, Hochzeiten, Kindsleichen oder Leichen Erwachsener, alles war in „Classen” unterteilt und entsprechend teuer.

Buch mit
Kriegsgefallenen.
Buch mit Kriegsgefallenen. Jeder war ein Held.


Wer sich für die Geschichte von Babensham interessiert, erfährt etwas, vor allem zu den Schulen im Detail, im historischen Bildband „Babensham, Kling, Penzing, Schambach, Titlmoos -- Ein Rückblick in Bildern”. Das Buch gibt es aktuell bei der Gemeinde. Alle die im Titel genannten Ortschaften waren früher sogar einmal selbstständig. Los ging die Zusammenlegerei bereits 1857 mit Loibersdorf zu Kling. Ab 1970 lief die Neuzuordnung mit der Gemeindegebietsreform schneller: Penzing zu Babensham, ein Jahr darauf Kling zu Titlmoos. 1980 schließt Kling sich Babensham an, die kurz zuvor eingegangene Verwaltungsgemeinschaft mit Eiselfing löst sich wieder auf.

Das
Stolgebühren-Regulativ.
Hochzeiten und Leichen liegen im „Stolgebühren-Regulativ” dicht beieinander.

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