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Soyen Hausflur

Hinter der Tür verbirgt sich ein Fletz mit Geschichte.
Hinter der Tür verbirgt sich ein Fletz mit Geschichte.

Soyen -- Dem eher unauffälligem Eingang des Bauernhauses in Soyen sieht man von außen nicht an, was für ein schöner Fletz hinter der Haustüre liegt. Durch einen Tipp sind wir darauf aufmerksam geworden.

Der
Fletz.
Der Fletz.



Fletz ist der ostbayerische Ausdruck für Hausflur und leitet sich ab von Vletze und Flöz und meint geebnete Erde. In der Regel befindet sich der Fletz in der Mitte eines Hauses, verläuft quer hindurch und führt oft auf der anderen Seite wieder hinaus. Zu beiden Seiten schließen Zimmer an, so dass man nicht Räume durchqueren muss, um in andere zu gelangen. Das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit vor allem in älteren Gebäuden. Der Fletz im Bauernhaus von Martin und Erika Ludwig in Zuhr ist schon lange nicht mehr so eben wie am Anfang. Zuviele sind schon darüber gegangen, haben den gebrannten Ziegelstein abgelaufen und ihm seine heutige Form mit Erhebungen und Vertiefungen gegeben.

Dieser Boden hat schon einiges gesehen.
Dieser Boden hat schon einiges gesehen.



So etwas ist nicht einfach zu putzen, aber Erika Ludwig hat im Laufe der Zeit ihr Rezept gefunden. Je nach dem geht es mit normalen Reiniger, aber auch manchmal mit Waschpulver und Bims, dem Schmutz zu Leibe. Schmierseife lässt ihn wieder glänzen.

Ofen der hauseigenen
Bäckerei.
Ofen der hauseigenen Bäckerei.


Dicke Bretter liegen im Flur über einem Kellerabgang, der von außen durch eine Luke aufzufüllen ist. Mit dem Lagern von Äpfeln hat man es auch einmal probiert, „aber der Keller ist zu warm“, erinnert sich Erika Ludwig. Neben dem Kellerabgang ist eine weitere Besonderheit, ein sehr schön gemauerter Backofen mit gußeisernen Türen. „Ein einziges Mal“ hat ihn die Hausherrin in den letzten Jahrzehnten benutzt. Gedacht war er zum Brotbacken. Mühe gaben sich in diesem Haus auch die Elektriker. Die Aufputzleitungen aus der Anfangszeit der Elektrifizerung haben sie geschickt unauffällig als Kreuzrippen getarnt auf dem Gewölbe verlegt, die Verteilerdose mitten auf der Rosette.

Elektrifizierung als Kreuzgewölbe getarnt. Die
Verteilerdose liegt auf der Rosette.
Elektrifizierung als Kreuzgewölbe getarnt. Die Verteilerdose liegt auf der Rosette.


Sebastian und Veronika Zur bauten das Haus 1835. Aber die Geschichte geht noch viel weiter zurück. Denn in diesem Hausflur hängt auch der Stammbau der „Zur-Lampersperger von der Pfarrei Rieden“. Der beginnt 1579 mit Anna Zuerin, die das Anwesen im Erbrecht an Georg und Barbara Zuer weiter reichte. Schluss der Aufzeichnung ist 1932. Der Rest bis heute ist im Kopf der Bewohner, die 1998 den Hof an ihren Sohn übergaben.

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