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Gars Trinkwasser-Hochbehälter

Gars – Ein typischer Zweckbau liegt bei Gars rechts der Straße von Höfen nach Au, kurz bevor es den Berg hinab geht. Es ist nicht das hässlichste Gebäude, denn eine Holzverkleidung zeugt davon, dass Funktionalität für die Erbauer nicht alles ist. Viele fahren täglich daran vorbei und manche fragen sich: Was ist denn hinter den beiden Türen in diesem Bauwerk?

Der Hochbehälter
Schachen.
Der Hochbehälter Schachen.



Ganz oft haben hochgelegene Gebäude etwas mit Trinkwasser zu tun. Die natürliche Geländehöhe sorgt für einen Wasserdruck in den darunter liegenden Ortschaften immerhin um ein Bar alle zehn Meter. Da kommt von hier aus gesehen schon etwas zusammen im tiefer gelegenen Gars oder in Au und es reicht sogar bis in die frühere Raketenstation in Berg bei Kirchdorf hinauf. Mit dreieinhalb Bar kommt dort das Wasser aus dem Hahn.

Links sind die
Schaltschränke, rechts steht das Notstromaggregat.
Links sind die Schaltschränke, rechts steht das Notstromaggregat.


Dieses Gebäude ist ein Wasserspeicher mit Pumpen des „Zweckverbands Wasserversorgung Schlicht- und Taufkirchener Gruppe“ und heißt „Hochbehälter Schachen“. Öffnet Wassermeister Ludwig Brandwirth die Tür des 1986 in Betrieb genommenen Hochbehälters, empfängt einen funktionale Schlichtheit. Schaltschränke zur Linken, ein 180 PS starker Stromgenerator geradeaus. Der läuft einmal im Monat zum Test. Ein längerer Stromausfall macht hier aber nichts, alles ist auf Dauerbetrieb ausgelegt. Strom wird viel benötigt, denn jede der beiden großen Pumpen hat eine Leistung von 75 PS, immerhin mehr als 55 000 Watt. Die hohe Pumpleistung wird für das Netz mit 300 Kilometer Hauptleitungen und noch einmal 100 Kilometer Hausanschlussleitungen benötigt. Hinter einer weiteren Tür befinden sich Rohre, Leitungen, Schieber und der Wasserspeicher, ein sogenannter Spiralleitwandbehälter. Der ist aufgebaut wie eine Spirale und lässt sich etwa in der Hälfte absperren und dort das Wasser entnehmen. Damit ist jeder Teil für sich zu reinigen, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen. Die Spiralform hilft, das Wasser ständig in Bewegung zu halten um Ablagerungen zu vermeiden. 1000 Kubikmeter oder eine Million Liter Wasser passen hinein, etwa zweimal am Tag leert und füllt er sich.

Der
Spiralleitwandbehälter
Der Spiralleitwandbehälter.


Der Zweckverband betreibt noch weitere Hochbehälter in Einharting, Höhenberg und Freiberg. Das Trinkwassernetz des Verbands reicht bis Haag, Aschau, Gars, Soyen, Taufkirchen, Obertaufkirchen, Oberneukirchen, Unterreit, Kraiburg, Reichertsheim und Tacherting. Gespeist wird er aus dem Hauptbrunnen bei Mailham hinter Gars-Bahnhof und noch zwei weiterer in Englhausen und Bischof bei Soyen. Pumpen fördern das Trinkwasser aus den jeweiligen Brunnen teilweise unter dem Inn hindurch bis hinauf zu den Hochbehältern. Von dort aus fließt es langsam hinab in die Haushalte. 2600 Anschließer verbrauchen rund 737 000 000 Liter Wasser im Jahr.

Wassermeister Ludwig
Brandwirth im Keller des Hochbehälters
Wassermeister Ludwig Brandwirth im Keller des Hochbehälters

Angst dass im Versorgungsgebiet das Wasser einmal ausgeht, brauche man nicht haben, versichert Wassermeister Brandwirth, denn man entnehme nur einen geringen Teil der vorhandenen Menge in den Brunnen, etwa zehn Prozent. Dass der Grundwasserspiegel sinkt, könne man im eigenen Bereich nicht feststellen, sogar im trockenen Jahr 2003 nicht.

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