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Haag ehemaliger Hochbehälter

Haag – Ein wenig aus dem Blickfeld verschwunden ist der alte Hochbehälter für Trinkwasser auf dem Weg zum Haager Schlossturm.

Die Eingangstür.
Die Eingangstür.

Das kein Wunder, dort geht ja auch kaum noch jemand hinauf, seit das Wahrzeichen von Haag geschlossen und seine Zukunft ungewiss ist. Dem Bauwerk ist anzusehen, dass es schon bessere Zeiten erlebt hat.

Wasserwart Herbert Rutter mit den Plänen des
Behälters.
Wasserwart Herbert Rutter mit den Plänen des Behälters.

Die Brüstung mit Geländer und Schriftzug „1908 – Wasserwerk Haag“ , flankiert von zwei schmucken Kugeln, zeigt, dass die Erbauer nicht nur den Nutzen im Sinn hatten, sondern auch stolz darauf waren. Genutzt wird davon nichts mehr. Aber: Was ist hinter der Tür? Das fragen sich höchst wahrscheinlich viele Jugendliche auch, die das als Treffpunkt nutzen. Der Müll im engeren Umkreis zeugt davon und vor allem die orthografischen Schwächen derjenigen, die sich dort mit typischen pubertären Sprüchen verewigen. Zudem ist das im Sommer ein heimeliger Ort, sobald die Bäume drumherum alles eingrünen. Leider gibt es auch immer wieder Beschädigungen, bedauert Wasserwart Herbert Rutter. Erst vor ein paar Jahren habe man den Eingang hergerichtet, jetzt dürfte man schon wieder nachbessern. Immer wieder wird auch erfolglos versucht, dort einmal hineinzuschauen.

Die Türe ist offen, ein ernüchternder Anblick.
Die Türe ist offen, ein ernüchternder Anblick.

Was sieht man denn nun, wenn die Tür geöffnet wird? Ohne Werkzeug geht da nichts. Erst wird der Bretterverschlag entfernt, dann offenbart sich die rostige Eingangstür. Dahinter ist Dunkelheit, denn es gibt kein Licht. Ein kleiner Steg mit Geländer führt einen guten Meter bis zur Betonwand des Wasserspeichers. Links und recht schaut man etwa zwei Meter hinunter in die Tiefe zu den Rohren und Schiebern fürs Befüllen und Entleeren der beiden Behälter. In der Wasserversorgung ist stets alles doppelt vorhanden, um jeweils einen Behälter zu reinigen.

Rohre und Schieber zum Befüllen und Entleeren.
Rohre und Schieber zum Befüllen und Entleeren.

In späteren Zeiten kam direkt im Anschluss ein dritter Behälter hinzu, so dass insgesamt 120 Kubikmeter bis in die 70er Jahre hier zur Verfügung standen. Seit 1972 liegt der Haager Hochbehälter aber in Hamberg und fasst nun 1500 Kubikmeter. Weil das viel höher liegt, steigt auch der Wasserdruck auf bis zu sieben Bar. Weil das für manche ältere Leitungen vor allem im Kern von Haag zuviel ist, sorgt ein Druckunterbrecherschacht für verträgliche zweieinhalb Bar. Wasser läuft dort in zweimal 20 Kubikmeter große Behälter und fließt daraus im freien Fall mit verträglichen zweieinhalb Bar ins Netz. Diese Anlage befindet sich ein paar Meter höher beim Schlossturm. Unter dem Kriegerdenkmal gibt es übrigens einen weiteren Hochbehälter, der aber schon sehr lange nicht mehr in Betrieb ist.

Diese neue Anlage beim Schlossturm reduziert jetzt
den Wasserdruck.
Diese neue Anlage beim Schlossturm reduziert jetzt den Wasserdruck.

Etwas bedauert Rutter den Zustand, denn der Jahrtag 2008 wäre eine gute Gelegenheit, dass es „etwas gäbe“, aber den 100 Jahren Haager Wasserversorgung gedachte niemand. Mittlerweile sei auch der Vorschlag erst einmal vom Tisch, dort öffentliche Toiletten einzubauen. So bleibt alles wie es ist.

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